Donnerstag, 30. Januar 2014 | By: maran79

Göttlich verloren von Josephine Angelini






 Unvorbereitet kehrt Helens Mutter Daphe nach all den vielen Jahren in ihrem Leben zurück. Ihre Erklärung, Helen sei ihre und Ajax Tochter, stürzt Helen und Lucas in einen tiefen Abgrund. Die beiden dürfen sich nicht lieben, weil sie Cousins sind. Um diesem Gefühlschaos zu entgehen, zerbeisst sich Helen förmlich in ihre Aufgabe, den Fluch der Furien zu brechen. An dem unwirtlichen Ort, den sie betritt, nachdem sie im Schlaf versinkt, erwartet sie auf einmal der junge Orion, der ausgesandt wurde ihr zu helfen.







Es ist schlimmer als der schlimmste Albtraum. Nachdem sie sich gegenseitig das Leben gerettet haben und so von den Furien befreit wurden, durften Lucas und Helen sich endlich näherkommen. Doch mit Daphnes Auftauchen gerät ihre Welt aus den Fugen, denn sie eröffnet den beiden, Cousin und Cousine zu sein.
Lucas macht das einzig mögliche und stößt Helen von sich weil er glaubt, das wäre besser für sie. Sie selbst gleich mehr einem Roboter, der nur eine Aufgabe zu erfüllen hat. Nacht für Nacht steigt sie in die Unterwelt hinab, auf die Suche nach den Furien, um zumindest den Sconi etwas zurück zu geben. 

Wenn man diese Informationen zusammenträgt, so ist der zweite Teil der Trilogie ernst und wird ernster. Helen hat schrecklichen Liebeskummer und man leidet mit ihr. Einerseits versteht man, dass ein Zusammenkommen nicht möglich ist, auf der anderen Seite hofft man aber doch.
Das jedoch geschah im zweiten Band nur ganz am Anfang. Was mir besonders zu denken gab, war Lucas Entscheidung. Natürlich will er sich von Helen fern halten um es ihr leichter zu machen, aber er zog sich so stark zurück, dass ich als Leserin mich freudig dem Neuankömmling Orion zugewandt habe.
Dieser durchlitt eine schlimme Kindheit, wird als der gefürchtete Tyrann angesehen, den jeder Sconi fürchtet und ist doch so hilfsbereit und liebenswürdig, dass man sofort dahinschmachten möchte. Gerade eben, weil Lucas so seltene Auftritte im zweiten Teil hatte, ließ mich wünschen, Helen würde endlich ihr gebrochenes Herz vergessen und sich Orion zuwenden. Vor allem, weil man merkt, dass der junge Mann ihr nicht gleichgültig ist und sie selbst weiß, eine Zukunft mit Lucas wird es nicht geben.

Natürlich klingt das jetzt ziemlich schmalzig und romantisch, vor allem mit dieser Dreieckskiste, aber so kam das beim lesen überhaupt nicht rüber. Es gibt einige kleine Szenen, in denen es hauptsächlich um Helen und Orion oder Helen und ihre Gefühle zu Lucas geht, aber das Hauptaugenmerk der Autorin lag darin, den Fluch zu brechen.
Neben diesem Gefühlschaos gibt es noch eine weitere Bedrohung für Helen. Zwar schläft sie jede Nacht ein, doch es gelingt ihr nicht zu träumen und ohne diese Fähigkeit verblasst die Unverwundbarkeit, über die sie verfügt. Helen muss den Fluch also nicht nur um der Sconi Willen brechen, sondern für ihr eigenes Überleben kämpfen.
Zudem lauert der unbesiegbare Myrmidone Automedon ihr auf, der zwar abwarten soll, bis Helen endlich den Fluch der Furien gebrochen hat, jedoch Befehl hat sich danach ihrer zu entledigen
Das alles verrät schon, dass es ziemlich spannend wird.
Stellte sich Helen im ersten Teil als unscheinbar und unsicher dar, so merkt man jetzt, dass sie akzeptiert hat was sie ist und bereit ist aus sich hinauszuwachsen.




Ganz toll in diesem Band ist Orion. Riesengroß, rothaarig und meistens zu Scherzen aufgelegt. Er ist unerschütterlich in seinem Bestreben Helen zu helfen. Dafür nimmt er sogar einige Gefahren in Kauf. Als Leserin habe ich sofort gemerkt, dass er mehr für Helen fühlt und um ehrlich zu sein, nachdem ich kaum etwas von Lucas gelesen habe, hat Orion mir mehr und mehr gefallen. Ich weiß nicht, ob das von der Autorin so geplant war. Ob in jedem Jugendbuch eine Dreiecksbeziehung sein muss? Ich hätte mich auch damit abgefunden, dass Helen ihr gebrochenes Herz überwindet, aber man hat immer gemerkt, der Schmerz ist da. Nur Lucas war es nicht und so war ich, zumindest in diesem Band, eindeutig für Orion als Helens neuen Partner.
Dabei muss ich aber betonen, dass Orion nicht einfach nur der gutaussehende Jüngling mit dem strahlenden Lächeln ist, sonder mehr. Er hatte eine ganz schlimme Kindheit und musste sein ganzes Leben land für sein Überleben kämpfen, denn Orion wird als der Tyrann angesehen und ein solches Kind hätte gleich von den Eltern umgebracht werden sollen.




Im zweiten Band der Göttlich-Reihe merkt man deutlich, dass es ernster zugeht. Mochte es im ersten Band um den Umstand gehen, dass Helen eine Göttin ist und Gefühle für Lucas hat, so zielt der zweite Band darauf aus den Showdwn im dritten Band vorzubereiten. Es wird über Pläne und Gegenpläne berichtet, man erfährt über Intrigen und den Machenschaften der Antagonisten und weiß, alles steuert nur auf ein Ziel zu.
Im Gegensatz zum ersten Band, dessen Anfang gar nicht ging, hat mir der zweite Band sehr gut gefallen. Natürlich fällt es einigen schwer sich mit dem Gedanken an Unverwundbarkeit und fliegenden Halbgöttern anzufreunden, aber ich fand diese Fähigkeiten in dieser Geschichte durchaus passend. Hier spielen die griechischen Götter eine sehr wichtige Rolle und  da gibt es jede Menge außergewöhnliche Dinge, von Zeus Blitzen bis zu Hermes Flügelsandallen.

Der zweite Band der Göttlich-Trilogie erhält von mir eine Leseempfehlung von 4,5/5





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