Dienstag, 21. Januar 2014 | By: maran79

Die Tribute von Panem - Schuber

-Wenn Rebellion dich alles kostet, lässt du sie zu?-





Ich hatte wirklich vor zu jedem Buch eine Rezension zu schreiben, kam dann jedoch gegen mein eigenes Verlangen nicht an, alle drei Bücher hintereinander zu lesen. Die ganzen 1280 Seiten hatte ich in drei Tagen durch.





13 Distrikte existierten einst in Panem, dem Land des Überflusses, aber auch der Armut und des Leids. Als diese gegen das allmächtige Kapitol aufbegehren, wird Distrikt 13 vollkommen vernichtet und die Aufstände in den anderen niedergeschlagen. Als mahnende Erinnerung an diese Niederlage werden jährlich Spiele veranstaltet, die man Hungerspiele nennt. Aus jedem Distrikt werden ein Junge und ein Mädchen ab dem Alter von zwölf Jahren einberufen, damit sie in den Spielen um ihr Leben kämpfen. Nur ein Sieger geht aus diesen Spielen hervor. Als der Name ihrer kleinen Schwester Prim gezogen wird, bleibt der sechzehnjährigen Katniss keine andere Wahl, als sich freiwillig zu melden um Prim zu retten. Geminsam mit Peeta, dem männlichen Tribut, bricht sie zu den Spielen auf, wissend, dass nur einer von ihnen überleben kann




Bei mir ist es immer so: Sehe ich den Film zuerst, kann das Buch mich nicht so begeistern wie das sonst der Fall ist. Ich fand es jetzt nicht unbedingt langweilig, aber ich wusste ja, was geschehen würde. Umso schöner fand ich aber die Passagen über Katniss und Peeta. Und ja, ich muss eindeutig zugeben, auch wenn es ziemlich drastisch kling: Scheiß auf Gale, ich bin eindeutig ein Peeta-Fan!
Der Charater des männlichen Tributen aus Distrikt 12 ist einfach zum dahinschmelzen. Fürsorglich, offenherzig, immer darauf bedacht anderen zu helfen, besonders Katniss, die er schon seit längerem liebt. Auch hat er die Gabe mit Worten umzugehen und punktet damit besonders bei dem Publikum der Hungerspiele.

Katniss hingegen kommt störrisch rüber. Seit ihr Vater bei einem Minenunfall ums Leben gekommen ist, ist sie verantwortlich für ihre jüngere Schwester Prim, sich selbst und ihre Mutter, die sich in ihrer großen Trauer hängen lässt. Darauf begründet sich auch ihr Verhalten. Das Leben in den Distrikten ist hart, also muss sie auch hart werden um zu überleben. Als jedoch ihre kleine Schwester für die tödlichen Spiele ausgelost wird, unterdrückt sie ihren Überlebenswillen und meldet sich freiwillig. Mit dieser Tat erringt sie eindeutig die Sympathie der Menschen, die sonst hilflos mitansehen müssen, wie ihre Kinder in den Spielen getötet werden.

Ihr bester Freund Gale hat in dem ersten Band kaum Auftritte. Natürlich ist er zu Beginn oft mit Katniss unterwegs und man bekommt den Eindruck vermittelt, er und sie würden sich vom Charakter her ähneln. Im Film wurden sie als Liebespaar dargestellt, im Buch ist dem nicht so gewesen. Überhaupt empfinde ich Katniss nicht als verliebt und das bleibt auch bis zum Ende unklar.
Die Darstellung der Spiele wurde gut und glaubhaft rüber gebracht, aber mir hat etwas gefehlt.

Alles in allem vergebe ich für den ersten Band  der Trilogie:  4/5







Es ist nicht zu glauben, aber Katniss und Peeta haben die Hungerspiele gemeinsam überlebt. In einem Anflug von Trotz entscheidet Katniss sich eher mit Beeren zu vergiften, als Peeta sterben zu lassen. Damit die Hungerspiele nicht ohne einen Sieger dastehen, sind die Spielemacher zum ersten Mal dazu gezwungen zwei Sieger auszurufen. In den Augen des Präsidenten Snow ist KatnissTat nichts anderes als pure Rebellion. Auch glaubt er nicht, wie die anderen Zuschauer der Spiele, an die unendliche Liebe der beiden. Als es dann in einigen Distrikten zu Aufständen kommt, gibt er ihr die Schuld. Katniss wird ungewollt zu einem Symbol der Freiheit und Rebellion. Um sie endgültig aus dem Weg zu räumen, beruft er eine neue Regel in den Hungerspielen ein. Alle bisherigen Tribute die gesiegt und überlebt haben, müssen erneut teilnehmen. Wieder wird Katniss in die Arena gezwungen, doch nun hat sie es mit Champions zu tun.




Da ich den ersten Teil bereits als Film gesehen hatte, war ich gespannt wie dieses Buch auf mich wirken würde. Hier konnte ich unbeeinflusst entscheiden, wie mir Die Tribute von Panem wirklich gefielen.

Katniss und Peeta haben überlebt. In der ganzen Geschichte der Hungerspiele kehren sie als einzige Tribute gemeinsam als Sieger nach Hause zurück. Alles hat sich seitdem verändert. Wo Katniss in der Arena für die Zuschauer Liebesbezeugungen mit Peeta austauschte, ist sie zuhause vollkommen verwirrt. Während der Spiele blieb ihr nie Zeit um sich über ihre Gefühle klar zu werden, hing doch ihr eigenes Überleben davon ab, wem sie vertrauen durfte.
Peeta hingegen ist so herzlich wie sonst. Man merkt ihm seine Verliebtheit förmlich an und ab und zu schreit man frustriert über Katniss Blindheit auf. Auf der anderen Seite, gehört dieses Verhalten zu ihr dazu. Ich hätte es unglaubwürdig gefunden, sie von Jetzt auf Nachher einen Jungen anzuhimmeln zu sehen. Man merkt ihr an, dass da etwas zwischen ihr und Peeta ist, doch da ist auch Gale in ihren Gedanken, der ihr seine Gefühle gestanden hat.
Im zweiten Band bekommt ihr bester Freund mehrere Auftritte. Hilflos musste Gale bei den Spielen zusehen wie die beiden sich immer näher kamen. 
Katniss selbst will sich gar nicht entscheiden. Die Hungerspiele sind so schrecklich, dass sie weder heiraten noch Kinder in die Welt setzen will, die dann eines Tages auch dieses Schicksal durchleiden müssten
Allerdings zwingt Präsident Snow Katniss dazu weiterhin das in Peeta verliebte Mädchen zu mimmen. Ihm ist es lieber, sie als liebestolles Mädchen hinzustellen, denn als Rebellin. Dennoch, ihre Taten bringen die Leute dazu zu handeln.

Wie ich das so schreibe, könnte man meinen, es ginge nur um Liebe. Dem ist aber nicht so. Natürlich haben Katniss Gefühle was Peeta und Gale betrifft auch einen wichtigen Aspekt, dennoch empfand ich die Rebellion im Vordergrund. Etwas außergewöhnliches dieses Mal waren die zweiten Spiele, zu denen Peeta und sie gezwungen werden. Die Idee hinter der Arena fand ich genial. Auch wozu das alles diente. Ich hätte mir gewünscht, dass die zum Kampf gezwungenen Champions gemeinsam rebellieren und gegen das Kapitol vorging, aber die Autorin hatte andere Pläne.  Ich will jetzt nicht zu viel darüber veraten, sondern nur, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und nur Sekunden nachdem ich es beendet hatte, habe ich mir den letzten Band geschnappt.

Teil zwei bekommt von mir:  4,5/5






Distrikt 13 wurde nicht restlos vernichtet, darin befindet sich die Hochburg der Rebellen die Präsident Snow unbedingt stürzen wollen. Katniss wurde mit einigen anderen Tributen aus der Arena der Hungerspiele gerettet, doch Peeta wurde vom Kapitol gefangen genommen. Katniss soll ihre Bestimmung erfüllen. Sie soll die Menschen dazu bringen gegen die Regierung und den grausamen Präsident zu rebellieren.





Wow! Dieses Buch hier hat mich von den dreien am meisten mitgenommen. Katniss hat nicht nur ihre Heimat, Distrikt 12, verloren, sondern auch noch Peeta. Dieser befindet sich in der Gefangenschaft des Kapitols. In den wenigen Sendungen, in die er einen Auftritt absolvieren muss, merkt man ihm an, dass er gefoltert wird.
Katniss ist verzweifelt, will sie ihn um jeden Preis retten, sieht aber keine Möglichkeit dazu. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Prim lebt sie sich in dem unterirdischen Distrikt 13 ein. Erneut soll sie nach den Befehlen eines anderen Menschen tanzen. Die Präsidentin von Distrikt 13, Coin, will mit ihr zu einem endgültigen Schlag gegen das Kapitol ausholen. Dafür müssen Verbündete und Rebellen angeworben werden. Erneut beginnt eine Propaganda-Tour, dieses Mal jedoch sollen die Menschen im Kapitol sehen, was Präsident Snow sie nicht sehen lässt. Menschen, die gegen die Regierung aufbegehren.
Wie der zweite, so fand ich auch den dritten Teil spannend. Ich konnte kaum mit dem Lesen aufhören und obwohl ich mir gewünscht hätte, die Geschichte wäre anders verlaufen, so finde ich den dritten Band passend. 
Empfand ich den ersten Band noch als etwas vorhersehbar, so steigerte sich die Spannung  je weiter die Geschichte voranschritt. Im dritten Band gab es jedoch bei dem Angriff auf das Kapitol einige Längen, weswegen dieses Buch einen halben Stern einbüsst. Außerdem fanden einige Charaktere den Tod, was nicht hätte sein müssen. 

Von mir bekommt Flammender Zorn:  4,5/5






Diese Trilogie ist eine der härtesten Geschichten, die ich je gelesen habe. Wenn ich hart sage, dann meine ich grausam, ich meine verlustreich und ich meine einen dicken, fetten Kloß in meinem Hals, den ich fast den ganzen letzten Band über nicht losbekommen habe. Panem ist keine schöne Welt. Sie frißt dich auf und nachdem sie dich verdaut hat, tut sie es noch einmal. Daher passen die Gräuel, die die Charaktere durchleiden müssen auch zu dieser Welt. Daran werde ich mich am meisten erinnern, wenn ich an Panem zurückdenke. Natürlich gibt es auch einige Mängel in den Büchern. Obwohl Katniss Charakter in sich gekehrt und selten offenherzig ist, so empfand ich sie manchmal wie eine lebende Maschine. Noch nicht einmal als ihr klar geworden ist wen sie liebt, zeigte sie das. Trotz der letzten Sätze am Ende dieses Bandes hat sie sich auch nicht in dem Sinne entschieden, dass sie für sich sagt: Ja, ich liebe dich! Ich will alles für dich tun! Diese Entscheidung würde Herzklopfen und Finger bedeuten, die es nicht erwarten können den anderen zu berühren. Diese Gefühle mit einem wachsenden Hunger abzuspeisen, kamen schal rüber.
Neben der Rebellion ist die Emotion Liebe ein wichtiger Aspekt in dieser Geschichte, aber sie wurde meiner Meinung nach nicht gut rüber gebracht. Ich hätte mir gewünscht, nach dem langen hin und her, Emotionen von ihr zu lesen. Natürlich macht sie sich Sorgen um Peeta, Sorgen um Gale, aber das macht sie die ganze Zeit über und für mich war das kein Zeichen von tiefer Zuneigung, keine Zeichen einer Entscheidung, die sie getroffen hat. Genauso gut macht sie sich Sorgen um Prims Kater Butterblume. Sie ist die Anführerin der Rebellion, ich hätte mehr Leidenschaft erwartet!

Der Schreibstil der Autorin las sich flüssig, auch wenn die verwendete Zeitform, das Präsens, nicht unbedingt mein Favorit ist. Etwas enttäuschend fand ich, die Geschichte nur aus Katniss Sicht zu erleben. Ich muss gestehen, im Film kam das besser rüber. Besonders die eine Szene mit dem Spielmacher und den Beeren. Es hätte mir gefallen auch mehr von den Gefühle Gales und Peetas zu lesen.
Zu dem Ende will ich nicht verraten, es ist kein Happy End in dem Sinne, aber auch kein schlechtes Ende. Meiner Meinung nach passt es genau zu dem Stil von Panem.

Ich vergebe für die ganze Panem-Trilogie eine Leseempfehlung und  4,5/5











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