Samstag, 4. Januar 2014 | By: maran79

Anna im blutroten Kleid von Kendare Blake


 -Das Böse stellt sich nicht immer als das heraus,  was du zu kennen glaubtest-













Theseus Cassio Lowood, 17 Jahre jung und von Beruf Geisterjäger. So manche mordernde Gespenster hat er dahin zurückgeschickt wo sie hin sollten. Den nächsten Geist zu töten erweist sich als schwieriger, denn er hatt es mit Anna im blutroten Kleid zu tun, und sie ist anders, als alle Geister zuvor.










Bisher habe ich selten etwas zu den Covern geschrieben, aber dieses Buch hier hat mich mit seinem geködert. Die Farben sind toll, besonders die Schrift, die sich von der glatten Fläche abhebt, wenn man mit den Fingern darüber streicht. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir die englische Ausgabe besser gefällt und die auch besser passt, denn auf dieser ist das Kleid blutrot und nicht weiß mit blutigem Saum, wie in der deutschen Version.





Mit dem, von seinem Vater vererbten Dolch, dem Athame, zieht Cass mit seiner Mutter dahin, wo Menschen durch mordlüsterne Geister ihr Leben verlieren. Aus diesem Grund bleiben die beiden nur solange in dem beschaulichen Ort Thunder Bay, wie es dauert den Auftrag zu Ende zu bringen; Es geht um Anna im blutroten Kleid!

Diese Erscheinung ist aus einem Grund sehr wichtig für Cass. Vor zehn Jahren wurde sein Vater von einem starken Geist umgebracht und seither dürstet es den Jungen nach Rache. Wenn er es schafft Anna zu besiegen, ist er stark genug den Mörder seines Vaters zur Strecke zu bringen.
Die Sache wird nicht einfach, denn Anna verbreitet bereits seit mehr als fünfzig Jahren Furcht und Schrecken. Auch hat sie in all den Jahren viele Menschen umgebracht, die es gewagt haben ihr Haus zu betreten.

Bereits bei der ersten Begegnung, die ungewollt stattfindet, merkt der junge Geisterjäger wie andersartig dieses Gespenst ist. Jemand hat ihn bewusstlos geschlagen und ihn ins verfluchte Haus abgelegt. Anders als die bisherigen Geister, mit denen er zu tun hatte, besteht Anna aber nicht nur aus verstandloser Wut. Nein, sie ist in der Lage zu denken und weiß ganz genau was Cass vorhat. Seltsamerweise verschont sie ihn als einzigen.

Die Geschichte beginnt sehr spannend. Cass wird als ein Teenager beschrieben, der abseits des natürlichen Lebens lebt. Für ihn zählen nicht die Schule, Freunde, der Gang aufs College, sondern nur die Geister, die er mit seinem Athame erledigt. Schule und andere Kinder seines Alters sind für ihn die Beilagen zu seinen Aufträgen. Er ist geradezu versessen darauf Geister zu töten, so sehr, dass noch nicht einmal seine Mutter ihn davon abhalten kann.

In der kleinen Ortschaft Thunder Bay gibt er sich wegen seines Auftrags mit Carmel ab. Sie ist Ballkönigin und das beliebteste Mädchen der Schule. Und wie es meistens bei solchen Geschichten ist, fährt sie sofort auf ihn ab, nichtsahnend, dass er sie nur der Informationen wegen trifft.
Ich fand diese Seite von ihm sehr kühl. Er benutzt Menschen für seine Zwecke, obwohl er weiß, dass es nicht in Ordnung ist. Als er sich von ihnen zurückziehen will um sie zu schützen ist es bereits zu spät, denn Carmel lässt sich ebenso wenig zurückhalten wie der junge Thomas Sabin, der die Gabe besitzt Gedanken zu lesen.
Gemeinsam mit einem weiteren Schüler, Will, wollen sie Anna unschädlich machen.

Diese Stelle im Buch kam mir etwas seltsam vor. Am Ende der Geschichte erfuhr ich, dass Cass sich zwei Monate langt in Thunder Bay aufhält, aber das kam mir beim lesen anders vor. Es fühlte sich eher wie Tage an, daher empfand ich die Freundschaft zu Thomas und Carmel als sehr überstürzt um sie glauben zu können. Vor allem weil Cass sich zu Beginn der Geschichte so sehr von anderen abkapselt.
Ein weiteres Manko ist sein Verhalten gegenüber Anna. Bisher hatte er nie Schwierigkeiten einen Geist zu erledigen, aber ausgerechnet bei Anna zögert er. Er empfindet sie als eine Göttin des Todes und wundert sich selbst über sein Verhalten. Es kommt bei einem Gespräch mit Thomas auch die Frage auf, warum er ausgerechnet Anna gegenüber so empfindet, und niemals zuvor bei anderen Geistern, aber diese Frage wird nie geklärt.
Natürlich wird dem Leser klar, was Cass empfindet, aber für mich hätte es besser beschrieben werden sollen, denn zähe Geisterjäger verlieben sich nicht einfach beim ersten Blick in Gespenster, die andere Menschen töten.
Selbst als im Nachhinein berichtet wurde, warum Anna töten muss, blieb diese Stelle etwas unglaubwürdig.

Liest man aber weiter und sieht über diese Dinge hinweg, dann wird man von der Geschichte gefangen und hineingesogen. Besonders ab der Hälfte des Buches nimmt sie an Fahrt auf und überrascht mit Wendungen, die man nicht erwartet hat.




Trotz des abgeschlossenen Endes wirft die letzte Seite die Vermutung auf einen weiteren Band auf. Nachdem ich etwas gestöbert habe, wurde ich auch fündig. Im englischen erschein bereits Band zwei mit dem Titel: Girl of Nightmares. Was die deutsche Verison angeht, so finde ich weder das Cover noch den Erscheinungstermin, aber ich hoffe, es wird dieses Jahr noch veröffentlicht.

Wegen den oben beschriebenen Stellen, büsst dieses Buch ein Stern ein. Ich empfehle es dennoch gerne weiter, weil es für mich ein Lesevergnügen darstellte. Deswegen bekommt es von mir  4/5











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